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…ist ein notwendiges Übel. Das wird keiner hier bestreiten. Aber sollte ein Zahlungsmittel die oberste Priorität im Leben eines Menschen sein? Sagt der Kontostand etwas über sein Wissen, seine Fähigkeiten oder seinen Charakter aus? Wenn man einigen Damen und Herren in unserer Gesellschaft über die Schulter schaut und ihnen zuhört, dann möchte man das fast glauben. Die Medien und Werbebranchen dieser Republik suggerieren es seit langem: Hast du nix – bist du nix! Diese Konsumgesellschaft, die hier herangezüchtet wird, ist leider mit diesen materiellen Stati dermaßen verblendet, dass sie kaum noch Platz für andere Gedanken zuläßt.

Was ist heutzutage überhaupt noch ein Statussymbol? Ein Mercedes, ein BMW, eine Villa, ein Swimmingpool? Was heißt es für den Einzelnen persönlich, so etwas zu besitzen? Im Grunde genommen doch nichts! Gar nichts! Ich bekomme an jeder Ecke Kredite dafür. Ich kann mich völlig überschulden! Auch mit Schufa-Eintrag und Hauptschulabschluß! Und genau das passiert tagtäglich. Wer sich blenden ließ und sich solche Dinge nicht leisten kann, der kauft es sich trotzdem. Einzig und allein, um seinen “Wert” in der Öffentlichkeit zu zeigen. Immer nach dem Motto: Ich hab zwar nichts zu essen, aber schau mal vor die Tür, da steht meine S-Klasse! Wie oft liest man in den Zeitungen von irgendwelchen Kredithaien oder -vermittlern, die ganze Existenzen durch ihre Praktiken vernichten. Wie schnell geben die Banken Geld für Grundstück und Haus? Und wieviel Prozent dieser gekauften Schmuckstücke bleiben dann später auch Eigentum dieser Kredithäuser? Die Schuldnerberatungsstellen unseres Landes haben gut zu tun. Und manch einer meint sogar ernsthaft, seine Unfähigkeit und Selbstüberschätzung dem Fernsehen preisgeben zu müssen. Und damit meine ich nicht die Fälle derer, die durch Schicksalsschläge in die Schuldenfalle geraten. Viele finanzielle Miseren sind hausgemacht!

Wie lange kann sich ein Mensch an seinen materiellen Errungenschaften erfreuen? Drei Tage? Zwei Wochen? Sicherlich nicht länger! Die Vorfreude dabei ist die schönste. Was danach folgt ist vielleicht noch spannend: im Laden stehen, sich den dicken Fernseher zeigen zu lassen und sagen: “Packen sie´s mal ein…” Aber aus dem physischen Erwerb wird ganz schnell Alltag. Ist es nicht so? Ich will nicht abstreiten, dass ich auch einmal so dachte. Es gab viele Dinge, die ich mir nicht leisten konnte und immer wieder davorstand. Es gibt auch heute noch Träume, die ich mir so schnell nicht erfüllen kann, aber mittlerweile stört es mich nicht mehr. Ich verdiene längst nicht mehr so viel, wie vor zehn Jahren. Aus eigenem Entschluss. Und es geht mir gut. Ich habe die Prioritäten meines Lebens verändert. Stück für Stück. Durch Anlässe und Situationen, die ich hier nicht näher beschreiben möchte. Das Geld und der Materialismus wurden in diesem Prozess immer weiter nach hinten verdrängt. Es ist nicht wichtig, ob ich die neueste Technik besitze, ob mein Auto einige Jahre auf dem Buckel hat und dass ich in den entlegendsten Ecken dieser Welt am Strand liege. Ich kann auf vieles verzichten, wenn ich vor allen Dingen gesund bin, Familie und Freunde bei mir sind und genügend Freizeit für mich und meine Hobbys übrig bleibt. Denn all das kann ich mir nicht kaufen!

Schade, dass nicht viele so denken. Anscheinend ist die Gier nach mehr in dieser Gesellschaft so groß, dass all die kleinen Dinge, an denen man sich erfreuen könnte, gar nicht mehr gesehen werden.