Unverständliches Gemurmel im Theatersaal. Die Zuschauer sitzen erwartungsvoll auf ihren Plätzen. Der Bühnenvorhang verbirgt noch den Blick auf die Spielfläche. Leise vereinzelte Klänge beginnen sich aus dem Orchestergraben zu erheben. Die Ouvertüre beginnt. Das Licht im Zuschauerraum wird gedimmt. Ein hektisches Flackern zieht den Blick der Besucher auf die Bühne, vor dem sich langsam der Vorhang erhebt. Projektionen und Bilder erscheinen, die Musik erklingt und die ersten Darsteller betreten die Bühne...

Nun bin ich nicht umhin gekommen, einen englischen Begriff zu verwenden. Selbst wenn es nur eine Überschrift ist. Ich hatte mir lange überlegt, welchen alternativen Titel dieses Kapitel bekommen könnte. Ich muss gestehen, dass mir nichts eingefallen ist, was den Inhalt besser beschreiben kann.

Das alte Jahr war vorbei, die Anfänge gemacht. Ein Administrator kam hinzu, ein Autor verschwand. Durch die Idee des Videospieles begannen die ersten Monate des Jahres 2005 in gewisser Weise euphorisch. Nachdem Rainer nicht mehr zur Verfügung stand, mussten wir einen passenden Ersatz finden. Das war nicht einfach. J. bemühte sich in einigen Internet-Foren entsprechende Suchanzeigen zu starten. Aber das Potenzial, dass sich uns bot, war übersichtlich, um nicht zu sagen fast Null. Die meisten Interessenten schrieben nach einem kurzem Einblick und nachdem J. das Gesamtprojekt vorstellte, dass sie sich einer solchen Aufgabe nicht gewachsen sahen. Andere Bewerber schieden aus, da sie entweder zu jung waren, über keinen eigenen Internetanschluss verfügten, den J. als Voraussetzung angab, oder es scheiterte an anderen grundlegenden Dingen.

Im Januar 2006 erreichte mich eine durchaus freudige Nachricht in meinem E-Mail-Briefkasten:

„Punkt 1: Ich habe in Regensburg über meine Anzeigen einen Autor (den ersten von 4) gefunden. Name: Manfred, 27, angestellt, SciFi und Fantasy-Fan-Spielleiter und ist nach eindeutigem Mail-Wechsel und Telefonat vorläufig qualifiziert, willens und motiviert. Punkt 2: Ich suche noch mindestens einen weiteren dieser Art auf diese Weise - das Glück wird bei mir sein.“

In dem Song der Ersten Allgemeinen Verunsicherung "Einmal möchte ich ein Böser sein" heißt es „...die Bösen sind nicht gut...“. Für eine Geschichte hingegen sehr wohl. J. wollte unseren Hauptcharakteren grundsätzlich eine „reine Seele“ überstreifen. Mit vielen guten und nennenswerten Eigenschaften und Fähigkeiten. Die Bedrohungen und Ängste in unserer Geschichte sollten prinzipiell von außen kommen. Schön und gut. Nun haben wir uns für das Musical einen Zeitstrang ausgesucht, wo all die mutmaßlichen Bedrohungen und Gefahren kaum eine Rolle spielen. Nur, wenn wir in die Vergangenheit der Gesamtidee schauen, erfahren wir von Ereignissen, die gefährlich waren und Dramatik erzeugen könnten. Aber eine Geschichte, die ausnahmslos aus Rückblenden besteht, steht meiner Meinung nach nicht zur Diskussion.

Oh je! Was habe ich nur getan? J.s Ehrgeiz, ein Musical zu schreiben, hatte einen Ursprung. Nein, ich meine nicht seine Pop-Stückchen aus den guten alten 80ern. Ein ganz anderes Ereignis ging unserem Vorhaben voraus. J. besuchte „Buddy“ - ein Musical über Buddy Holly´s Leben. Ihm gefiel es. Begeistert und fasziniert sah er darin die Idee geboren, ein eigenes Stück, um seinen erdachten Helden zu erschaffen. Die Musik der 50er und 60er Jahre mag er. So etwas wollte er. Die Leute sollen von ihren Zuschauersesseln aufspringen und am liebsten bei diesem Theaterstück mittanzen und -singen.

06.10.2006 Ich sollte meine Spekulationen, hinsichtlich unseres Teams sein lassen. In diesen Tagen erreichte mich durch Jörg die Nachricht, dass nun auch Manfred durch verschiedene Umstände zur Zeit nicht in der Lage sei weiterzuschreiben. Schneller als erwartet trat dieses Ereignis ein. Ob dies Vorwände waren, möchte ich nicht ausschließen. Denn Jörg hat ihm kaum Freiheiten gelassen, sich kreativ auszuleben. Da wäre mir unter Umständen vielleicht auch die Lust abhanden gekommen, weiter zu machen. Nun gut. Wie sagt man so schön: „...da steckt man nicht drin...“. Und ob meine Interpretation tatsächlich stimmt, werde ich wahrscheinlich nicht herausbekommen.

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