16.08.2007 – Der Schreibtermin in dieser Woche fiel zunächst aus. An unserem verabredeten Tag war Jörg beruflich unterwegs. Meine Hörfähigkeit und meine Konzentration hatten nachgelassen, da ich mich nochmals um das Jugendprojekt kümmerte. Einige kleine Nachbesserungen mussten erfolgen, da das Ergebnis der vorigen Woche noch nicht meinen Vorstellungen entsprach. Es ist gut, sich etwas Zeit zu lassen, zwischen einer Bearbeitung und einem erneuten Anhören. Wenigstens eine Nacht. Ich legte ein ganzen Wochenende dazwischen, bevor ich eine CD für Demonstrationszwecke brannte. Wenn das jetzige Endprodukt gefiel, wird es dabei bleiben. Ich brauche so langsam einen Abschluss.

19.09.2007. Meinen Urlaub genoss ich sehr. Nach längerer Zeit konnte ich die Seele baumeln lassen und abschalten. Dass ich entspannte Tage verbringe, bemerke ich an meiner Lesewut. Vorsorglich nehme ich auf Urlaubsfahrten genügend Literatur mit. Ein gutes Buch in die Hand zu nehmen, kommt selten vor. In den heimischen vier Wänden hat mich der Alltag im Griff. Es gibt immer etwas zu tun. Im Garten, im Haushalt, an der Musik oder ich beschäftige mich mit alltäglichen Dingen. Mich hinsetzen und lesen kommt oft nicht in Frage, da ich ein Schnellleser bin. Ich kann nicht wie manch einer meiner lesenden Mitmenschen abends im Bett ein paar Seiten durchgehen, das Buch dann wegpacken und schlafen. Viel zu sehr hängt mein Interesse am Fortlauf der Geschichten. Im Urlaub habe ich diese Freiheit, diese Zeit und einen freien Kopf. Wenn dazu noch ein Meer im Hintergrund die Wellen aufschlagen lässt, kann mich nichts mehr halten.

08.11.2007. War es die Motivation, die uns in den letzten Monaten abhanden gekommen ist, oder sind wir zu beschäftigt gewesen, um an unser Musical zu denken? Immer wieder verschoben Jörg und ich unsere angedachten Schreibtermine. In unseren Telefonaten beteuerten wir uns gegenseitig, dass wir diesen Zustand sehr bedauerten. Aber was hilft es? Das bringt uns nicht weiter. Alles ist ins Stocken geraten. Weder Torsten, noch Rainer, wie auch Jörg und ich kümmerten sich um das Theaterstück. Obwohl sich die berufliche Situation Jörgs beruhigte, passierte nichts. Berufliche oder private Termine verhinderten unseren Arbeitsdrang.

Gegen Mitte November kam der Tag, an dem wir weiterarbeiteten. Im Vorfeld glichen wir unsere Arbeitspläne und privaten Kalender ab, um genaue Termine festlegen zu können. Die bisherigen Verabredungen waren eher lose und somit konnte es passieren, dass etwas bereits geplant war, woran man nicht mehr dachte. Jörg verläßt sich hier auf sein „gutes“ Gedächtnis. In dieser Phase spielte es keine Rolle, da wir innerhalb der Woche flexibel waren. Aber die Zeit wird knapper und schwerer planbar. Wir dachten, bis zum Ende des Jahres sind wir mit dem Gröbsten durch. Die letzten Wochen hatten außerdem gezeigt, dass unsere sporadischen Versuche weiterzuarbeiten, nichts brachten. Da hieß es oft genug: „Montag schreiben wir“ und am Montag „...ach lass mal...bin viel zu kaputt...“ Einen kleinen Lichtblick gab es dennoch. Ich hatte mit Nina gesprochen. Sie sammelte in den letzten Monaten viele Ideen, um das meiste, laut ihrer Aussage, in den Papierkorb wandern lassen. Noch im November, sprich am letzten Tag, möchte sie uns erste Zeilen und den Anfang des Buches vorstellen. Darauf bin ich sehr gespannt.

02.12.2007 Ich verkneife es mir nicht, nochmals zum „König der Löwen“ zurückzukommen, obwohl ich es in einem der ersten Kapitel meiner Aufzeichnungen kurz ansprach. Im Vorjahr bekamen wir, also meine Frau und ich einen Gutschein für einen Musicalbesuch geschenkt. Da in all den letzten Monaten in Berlin keine Produktion lief, die es wert gewesen wäre, zu besuchen, schauten wir uns deutschlandweit um, was in den Theatern gespielt wurde. Die Wahl meiner Frau und meiner Tochter fiel auf den „König der Löwen“.

11.12.2007 Es wird Zeit, dass ich in meinen normalen Arbeitsrhythmus wechsel. In den letzten dreieinhalb Monaten sind mir viele wertvolle Stunden entgangen, die ich gern anders genutzt hätte. Dass ich meine Vollzeittätigkeit bis zum Ende des Jahres verlängerte, verdankt mein Arbeitgeber ausschließlich einem Umstand: Er bezahlt mir Überstunden. Ich stelle aber zu meinem Leidwesen fest, dass ich viele unerledigte Dinge immer öfter in die Abend- und Nachtstunden schiebe, was mir dann im Endeffekt einen nicht unerheblichen Schlafmangel einbringt.

12.03.2008 Ich arbeitete lange nicht mehr an meinen Aufzeichnungen. Das lag zum Teil daran, dass sich an unserem Musical nichts neues tat und sich mein Leben völlig auf den Kopf stellt. Einige Probleme, wie die meines nicht gezahlten Gehaltes erledigten sich mit der Zeit. Andere, nicht ganz unerhebliche kamen dazu.

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