22.06.2008 Knapp zweieinhalb Monate ist es her, dass das letzte Kapitel unseres Librettos niedergeschrieben wurde. Jörg erklärte sich bereit, unsere Zeilen in ein vernünftiges Arbeitsdokument umzuwandeln. Dafür nahm er sich Zeit. Zeit, die ich brauchte, um viele private Dinge zu erledigen. Mir kam es recht. Ich hatte den Kopf für technische Umformatierungen sämtlicher Art ohnehin nicht frei.

09. Februar 2009. Das Jahr 2008 hatte vielversprechend begonnen. Die handschriftlichen Aufzeichnungen wurden zu Ende geführt und bis zum November arbeiteten wir konzentriert und beharrlich an der Umgestaltung unseres Librettos. Je näher wir unserem Ziel einer Fertigstellung kamen, umso mehr griffen private Umstände auf beiden Seiten in unseren Zeitplan ein. Eine unvorhersehbare Situation in meiner Bank führte, wie bereits im Vorjahr dazu, dass ich meinem Arbeitgeber mehr Aufmerksamkeit widmete, als angedacht. Dazu kamen meine häuslichen Verhältnisse, die sich dramatisch veränderten. In Jörgs Arbeitsumfeld tat sich ebenso einiges, so dass wir beide gezwungen waren, eine Zwangspause einzulegen. Mittlerweile seit 3 Monaten herrscht dieser Zustand.

18.05.2009. In den letzten 14 Monaten schrieb ich nicht mehr als drei Kapitel dieses Büchleins. Ist tatsächlich eine so lange Zeit vergangen, seit unser Roh-Manuskript beendet wurde? Ich bemerkte es kaum. Die Monate rasen dahin. Wir wollten allein unsere Überarbeitungen einfügen und verbessern und taten es auch. Unregelmäßig und seltener, als gedacht. Hier ein Kapitel, dort eine Passage und ab und an waren unsere Reimkünste gefragt. Auch sind erneut alte Diskussionen in unserer Arbeit aufgekeimt. Ich nehme sie mittlerweile gelassener hin und würde mich an dieser Stelle nur wiederholen.

11.08.2009 Nachdem die Diskrepanzen mit Rainer ihren Höhepunkt fanden, indem nochmals ein Telefongespräch stattfand, dass die Fronten verhärten sollte, war ich an der Reihe.

Unsere erdachte Eröffnung des Stückes sollte mit einer Art Projektion beginnen, in der wir mögliche Folgen der Zukunft, wie zum Beispiel eine Verschärfung des Terrorismus, politische und ökologische Fehlschläge, Auswirkungen einer Bevölkerungsexplosion und vieles mehr in Form einer Nachrichtensendung aufzeigen wollten.

26.09.2009. Derzeit ist Wahlkampf für die Bundestagswahl. Torsten und ich sind nicht nur Anhänger, sondern auch Mitglieder konkurrierender Parteien. Seit Tagen bekomme ich von ihm per E-Mail regelmäßig Infomaterial seiner Partei zugesandt. Er von mir ebenso. Dabei ist uns beiden bewusst, den anderen nicht von den eigenen politischen Ambitionen überzeugen zu können. Es macht einfach nur Spaß, wie die eigene Partei über die andere herzieht. Es ist von uns nicht ernst gemeint. Von den Parteien schon. Wir diskutieren auch kaum miteinander über politische Inhalte. Wir stehen in unserem Arbeitsleben auf zwei völlig unterschiedlichen Seiten. Deshalb ist es unnötig, unsere Positionen ernsthaft zu hinterfragen.

06.11.2009 Das Wetter wird schlechter und die Wochen vergehen. Jörg und ich telefonieren regelmäßig. Es geht oft um Privates. Die beiden Streitpunkte der letzten Monate lassen wir dabei aus. Das soll mir recht sein. Zeit und Muße für solche Themen hat Jörg momentan nicht. Seit seinem Zusammenzug mit der Freundin, beklagt er sich weiter über fehlende Zeit. Ich rechnete fast damit. Mal war es seine Arbeit, ein anderes Mal die Technik oder Privates. Irgendwas ist immer.

08.03.2010 Unser Libretto wurde im November auf den Prüfstand gestellt. Der verabredete Termin fand statt. Ein weiterer wird in diesem Jahr stattfinden.

Es war interessant und beruhigend zu hören, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ich bekam viele Anregungen, unser Stück zu überarbeiten und dramaturgisch sinnvoller aufzustellen. Ich ärgere mich ein wenig, dass Kritikpunkte zur Sprache kamen, die hausgemacht waren. Kompromisse, die erst entstanden, als Jörg spezielle Ideen unter gar keinen Umständen aufgeben wollte. Dazu gehören Dinge, wo wir im Vornherein Bewertungen vornahmen. Diese sollten wir aussondern. Das bestätigte einmal mehr meine Auffassung und Einschätzung zum Gesamtkonzept. Es wurden auch einige Punkte angesprochen, die mir selbst nicht in den Sinn kamen.

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